Sibyllenbad

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Außenbadebereich des Sybillenbades in Bad Neualbenreuth (Foto: Karina Bonenberger)
Außenbadebereich des Sybillenbades in Bad Neualbenreuth (Foto: Karina Bonenberger)

Sibyllenbad ist ein Heilquellenkurbetrieb im gleichnamigen Ortsteil von Bad Neualbenreuth im Landkreis Tirschenreuth. Es ist das einzige Kur- und Heilbad der nördlichen Oberpfalz unweit der tschechischen Grenze. Das Gesundheitszentrum ist seit über 35 Jahren für die langanhaltende Schmerzlinderung bei rheumatischen und Wirbelsäulenerkrankungen sowie Nervenschädigungen bekannt. Das Bad befindet sich seit 1980 in Trägerschaft des Zweckverband Sibyllenbad.

Die Heilquellen

Das Sibyllenbad fördert zwei hochwirksame Heilwässer: radonhaltiges Heilwasser aus der Katharinenquelle und die kohlensäuremineralhaltige Sibyllenquelle. Das seltene Edelgas Radon ist eines der wirksamsten Heilmittel der Bäderkunde. In der notwendigen Regelmäßigkeit angewandt, reaktiviert es die körpereigenen Selbstheilungskräfte, fördert die Durchblutung, wirkt schmerzlindernd, hemmt Entzündungen und stärkt das Immunsystem.

Radonbäder werden im Sibyllenbad seit über 35 Jahren zur langanhaltenden Schmerzlinderung bei rheumatischen, Wirbelsäulen- und Gelenkserkrankungen angewendet. Sie werden in einer Serie ab sechs Einzelbädern abgegeben. Die Radontherapie kann über die gesetzlichen Krankenkassen nur im Rahmen einer ambulanten Vorsorgemaßnahme (Badekur) oder privat abgerechnet werden. Die radonhaltige Katharinenquelle wird ausschließlich in den Einzelwannenbädern in der medizinischen Abteilung angewendet. Die Radontherapie wird nur auf Rezept abgegeben.

Das kohlensäuremineralhaltige Heilwasser aus der Sibyllenquelle reguliert auf natürliche Weise den Kreislauf, wirkt ausgleichend auf den Blutdruck, fördert die Durchblutung der Gefäße, stärkt Ihr Herz und wirkt physischer und psychischer Belastung entgegen. Die Elastizität des Bindegewebes, vor allem in Gelenknähe, sowie die Durchblutung nehmen zu und die Muskulatur entspannt sich.

Das kohlensäuremineralhaltige Heilwasser der Sibyllenquelle wird den Becken der Heilwasser-Badelandschaft zwischen 50 – 70% beigemischt. 100% kohlensäuremineralhaltiges Heilwasser wird bei einem Einzelbad abgegeben. Im Untergeschoss des Kurmittelhauses können sich die Gäste des Kurmittelhauses kostenfrei am Trinkbrunnen mit kohlensäuremineralhaltigem Heilwasser aus der Sibyllenquelle bedienen.

Einrichtungen

Medizinische Abteilung

Das Sibyllenbad verfügt über eine Medizinische Abteilung mit Bäder- und Fangoabteilung, Badearztpraxis, Physiotherapie, Massagen, Physikalische und Bewegungstherapie auch im Heilwasser. In der Medizinischen Abteilung werden die Anwendungen auf Privat- oder Kassenrezept, im Rahmen einer ambulanten Vorsorgemaßnahme (Badekur) oder als Selbstzahler abgegeben.

Heilwasser-Badelandschaft

In der 34 – 36°C warmen Heilwasser-Badelandschaft genießen die Gäste das kohlensäuremineralhaltige Heilwasser aus der Sibyllenquelle in den drei Innenbecken sowie im Außenbadebereich mit Außen- und Gegenstrombecken sowie Heilwasserparcours und Liegewiese. Auf der Galerie der Heilwasser-Badelandschaft finden die Gäste den Fitnessraum mit Synchro-Trainingszirkel, eine Infrarotkabine sowie weitere Ruhemöglichkeiten.

Saunalandschaft

Acht unterschiedliche Saunen, individuelle Ruhemöglichkeiten sowie ein Saunagarten mit Liegewiese und Heilwasser-Außenwhirlpool erwarten die Besucher in der modernen Saunalandschaft.

Orientalischer BadeTempel

Von März 2024 bis Frühjahr 2026 wird der orientalische BadeTempel von Grund auf saniert.

Kurpark mit Vitalparcours, Motorik-Fun Park sowie Kurpromenade

Unmittelbar gegenüber dem Kurmittelhaus befindet sich ein kostenfreier Parkplatz mit barrierefreiem Zugang sowie der acht Hektar große Kurpark mit Themengärten, Schachspiel, Vitalparcours sowie Motorik-Fun Park mit 54 Geräten auf 26 Stationen. Erholung finden die Gäste auch an der Kurpromenade auf der Südseite des Kurmittelhauses.

Geschichte und Entwicklung

1965 Private Investoren planen den Bau des Sibyllenbades als erstes Kurbadezentrum der Oberpfalz. Erschließung der kohlensäuremineralhaltigen Sibyllenquelle M5.

1970 Bei einer Bohrung, die ursprünglich nur zur geothermischen Untersuchung gebohrt wurde, fand Prof. Dr. Werner Käß, damals hydrogeologischer Gutachter, sehr hohe Radongehalte mit 5655 Bequerel pro Liter.

1973 Nach der Investition von rund 30 Millionen Mark scheiterte das Projekt vor allem an lückenhaften Erschließungsplänen und Infrastrukturmaßnahmen.

1978 Für die noch im Privatbesitz befindlichen Sibyllenbad-Quellen wird das Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet.

1978 Der Bezirk Oberpfalz entschließt sich, an der Entwicklung des Sibyllenbades direkt Einfluss zu nehmen und damit entscheidende Weichen zur Verbesserung der gesamten Infrastruktur in der wirtschaftlich unterentwickelten Region zu stellen. Die gesamten Quellengrundstücke mit rund 4,4 Hektar Fläche und den erschlossenen drei Quellen werden für rund eine halbe Million Mark ersteigert.

1980 Der Zweckverband Sibyllenbad als Körperschaft des öffentlichen Rechts wird gegründet.

1987 -1989 Um- und Neubau der Pilotanlage „Badehaus Maiersreuth

Mai 1989 Als erstes Pilotprojekt und wichtiger Schritt zum Aufbau des ersten Oberpfälzer Kurorts wird in Maiersreuth (Ortsteil von Bad Neualbenreuth) das medizinische Badehaus in Betrieb genommen. Die ärztliche Betreuung der Patienten erfolgt durch den ansässigen Badearzt Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. W. A. Grunewald, in enger Kooperation mit dem Institut für medizinische Balneologie und Klimatologie der Ludwig-Maximilian-Universität, München. Die Frequentierung der Badeeinrichtung steigt kontinuierlich von 29.000 Besuchern 1989 auf 63.295 Gäste 1994.

1991 Staatliche Anerkennung der radonhaltigen Katharinenquelle als Heilquelle

1993 Der Zweckverband beschließt den Bau des zentralen Kurmittelhauses als Schlüsselprojekt für die weitere touristische und bademedizinische Entwicklung der Region. Investitionsvolumen 70 Millionen Mark inklusive umfassender Infrastruktureinrichtungen wie einem Kurpark mit 8 ha Grünflächen

1994-1996 Bau des Kurmittelhauses Sibyllenbad in Neualbenreuth

10. Januar 1996 Staatliche Anerkennung der kohlensäurehaltigen Sibyllenquelle als Heilquelle

26. Januar 1996 Eröffnung des Kurmittelhauses im Sibyllenbad, erster Betriebstag am 27. Januar 1996

28. Mai 1997 Inbetriebnahme des BadeTempels

22. Dezember 1997 Anerkennung als Heilquellenkurbetrieb

6. Dezember 2006 Inbetriebnahme der Erweiterung: Saunalandschaft mit individuellen Ruhezonen wie Brotbackraum, Phonothek, Kaminzimmer und Teehaus (Investitionssumme für die Erweiterung: 7,8 Mio. €)

April 2008 Erster Kurbetrieb Bayerns mit TÜV-geprüftem Qualitätsmanagement

Oktober 2011 Verkauf des Grundstücks zwischen Kurmittelhaus und Appartement-Hotel Sibyllenbad an einen Privatinvestor für ein 4****Sterne-Hotel mit Bademantelgang zum Sibyllenbad

2. Oktober 2012 Spatenstich für die Modernisierung Spatenstich für die Modernisierung: Anbau eines Präventions- und Ruheraums in der medizinischen Abteilung, Umbau der Umkleideräume, Schaffung von vier modernen, kombinierbaren Anwendungsräumen, Einbau eines Attraktionsbeckens im ehemaligen Innenhof BadeTempel, komplette Sanierung der Badehalle (Abbruch der Becken bis auf Rohbeton), Bau einer achten Sauna mit Erlebnisduschen sowie eines Ruheraums in der Wellnesslandschaft – alle Maßnahmen erfolgten im laufenden Betrieb

6. Dezember 2014 Inbetriebnahme des zusätzlichen Parkplatzes gegenüber dem Haupteingang mit 92 Stellplätzen

Mai 2015 Einrichtung eines neuen Fitnessraumes mit Synchro-Trainingszirkel

Sommer 2015 Die neue Treppe und der Aufzug, der den neuen Parkplatz barrierefrei mit dem Kurmittelhaus verbindet, ist fertig gestellt. Nach rund 9 Millionen Euro für die Modernisierung wurden noch einmal 1,5 Millionen Euro für Parkplatz und Kurpark (Pergola, Sitzmöglichkeiten, Sanierung der Wege und Bepflanzung der Themengärten, Kräuter-, Bauern- und Rosengarten) investiert.

27. September 2015 Einweihung des zertifizierten Vitalparcours im Kurpark beim Sibyllenbad mit drei Routen von 3,2 bis 10 Kilometer für Wanderer, Nordic Walker und Läufer, acht Stationen zum Erlernen der Nordic Walking Technik sowie Übungstafeln zum Reaktiv-Training im Kurpark

Jahreswechsel 2015/16 Das Kurhotel Pyramide mit Bademantelgang zum Sibyllenbad nimmt seinen Betrieb auf.

Sommer 2016 Anschluss des Appartement-Hotels Sibyllenbad an den Bademantelgang zum Sibyllenbad

Juni 2016 Beginn der Neugestaltung der Kurpromenade am Eingang im Untergeschoss beim Trinkbrunnen

Juli 2016 Erneuerungsmaßnahmen im Wannenbereich der medizinischen Abteilung: Fünf Behandlungsräume wurden neugestaltet und mit neuen Einzelwannen ausgestattet.

Dezember 2017 – Januar 2018 Die Fangowannen (Wasserbetten) in der medizinischen Abteilung werden erneuert.

13.11.2019 Erster Bürgermeister von Bad Neualbenreuth Klaus Meyer erhält die Nachricht, dass Neualbenreuth die höchste Auszeichnung, die ein Kurort erreichen kann, erhält. Neualbenreuth darf sich ab sofort „Bad Neualbenreuth“ nennen.

2020/21 Während der Corona-Pandemie wird die Außensauna komplett renoviert (nun Birkensauna), die Ruhe- und Anwendungsräume werden mit Schallsaugern ausgestattet. Außerdem wurde der Anwendungsbereich im Untergeschoss neugestaltet.

22.09.2021 Einweihung des Motorik-Fun-Parkes im Kurpark des Sibyllenbades. Insgesamt 26 Geräte auf 14 Stationen

Juli 2022 Die Finnische Sauna wird komplett erneuert und als Zirbensauna mit automatischem Aufguss wieder in Betrieb genommen

Juni 2022 Pfingsten 2022 wird der neu gestaltete Saunagarten mit ebener Liegefläche und neuer Bepflanzung und Liegen in Betrieb genommen.

November 2022 Der TÜV nimmt die Erweiterung des Motorik-Fun Parks Sibyllenbad ab. Insgesamt umfasst der Park nun 54 Geräte verteilt auf 26 Stationen.

März 2023 Der Träger des Sibyllenbades – Zweckverband Sibyllenbad – beschließt in der Verbandsversammlung die Sanierung des 1997 in Betrieb gegangenen orientalischen BadeTempels. Die Investitionssumme beträgt 10 Millionen Euro.

März 2024 Der BadeTempel schließt wegen Sanierung. Die Medizinische Abteilung, Heilwasser-Badelandschaft sowie die Saunen und der Wellnessanwendungsbereich im Untergeschoss bleiben wie gewohnt geöffnet.