Herrschaft Freudenberg

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Vom Freudenberger Schloss gibt es nur eine Zeichnung.
Vom Freudenberger Schloss gibt es nur eine Zeichnung.

Die Herrschaft Freudenberg wurde im Jahr 1250 erstmals urkundlich erwähnt und existierte bis 1594. Sie umfasste in etwa das heutige Gebiet der Pfarrei Wutschdorf und war ein eigenständiges Land, zählte also nicht zur Oberpfalz. Sitz der Herrschaft war das Schloss in Freudenberg.

Die Reste des Freudenberger Schlosses, hier der Sockel des nordöstlichen Mauerturms im Jahr 2023.
Die Reste des Freudenberger Schlosses, hier der Sockel des nordöstlichen Mauerturms im Jahr 2023.

Im Jahr 1419 wurde der Herrschaft Freudenberg von Pfalzgraf Ludwig die Kirchweih-Freiung verliehen. Aufgrund dieses Rechtes gab es in Freudenberg einen jährlich einmal stattfindenden siebentägigen Jahrmarkt. Das Kirchweihfest wurde an dem auf den St.-Margret-Tag (20. Juli) folgenden Sonntag gefeiert. Anlass zu dieser Kirchweih war die Jakobikirche, die auch Marktkirche genannt wurde. Sie ist dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht, dessen Fest am 25. Juli begangen wird.

Im Jahr 1594 musste die Herrschaft Freudenberg wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten an die Kurpfalz verkauft werden. Vorausgegangen war ein über hundertjähriger Streit zwischen den zwei Linien des Freudenberger Herrscherhauses, die beide im selben Schloss wohnten. Dem letzten regierenden Freudenberger, Hans II. von Freudenberg, gelang es 1575, den Anteil der anderen Linie (der Christoffschen Linie) aufzukaufen. Doch hatte deren Haupt, Hans Christoff, so ruinös gewirtschaftet, dass dies 1594 Hans von Freudenberg zum Verkauf der gesamten Herrschaft zwang. Vom Schloss auf dem Freudenberger Schlossberg ist heute bis auf geringe Reste von Terrassenfuttermauern nichts mehr zu sehen. Doch erinnern drei Grabsteine an der Friedhofsmauer bei der Pfarrkirche St. Martin Wutschdorf an diese Zeit, darunter der Grabstein von Adam von Freudenberg (†1532) im Ritterharnisch. Drei weitere befinden sich in der Pfarrkirche, Hans I. von Freudenberg (t1494) am Aufgang zur Orgelempore und zwei an der Stufe zum Altarraum: links Hans II. von Freudenberg (†1607) und rechts seine zweite Gemahlin Elisabeth von Preysing (†1570).

Zur Herrschaft Freudenberg gehörten die Dörfer Hötzelsdorf, Hainstetten, Witzlricht, Schleißdorf und Ellersdorf sowie die Einzelhöfe Baumgarten und Traglhof; außerdem vier Mühlen: Die Molzmühle, der Mühl-Oudl, die Obere und die Untere Hammermühle.