Jakobikirche Freudenberg
Koordinaten: 49° 28' 40.34" N, 11° 58' 43.02" E
Jakobikirche Freudenberg | |
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![]() Die Kirche St. Jakob auf dem Jakobiplatz in Freudenberg | |
Adresse: | Jakobiplatz 10 92272 Freudenberg |
BLfD-ID: | D-3-71-122-3 |
Die Jakobikirche in Freudenberg bildet den Mittelpunkt des Jakobiplatzes. Dieser Platz zeichnet den historischen Ortskern Freudenbergs nach. Ringsum reihen sich Handwerkerhäuser aneinander, eine Seitenstraße führt zum Schlossberg, wo einst das Schloss stand, in dem die Herrschaft Freudenberg ihren Sitz hatte. Die Kirche ist eine Nebenkirche der Pfarrei Wutschdorf.
Urkundlich erwähnt wurde die Jakobikirche erstmals 1419. Befunduntersuchungen im Jahr 1995 haben an der Süd- und Nordwand spitzbogige, später vermauerte Fenster freigelegt. Sie deuten auf einen gotischen Ursprung hin. Als die Wallfahrtskirche auf dem Johannisberg 1712 erweitert wurde, brachte man die alte Einrichtung mit Altar, Kanzel und Bänken in die Jakobikirche. Das Altarbild ersetzte man durch ein Bild des hl. Jakobus. 1828 brannte die Jakobikirche bei einem Dorfbrand "mit zwei schönen Glöcklein und einer guten Uhr" ab. Sie wurde jedoch wieder aufgebaut und dürfte seither ihr gegenwärtiges Erscheinungsbild zeigen.
Die Kirche ist ein einfacher rechteckiger Raum mit drei Fensterachsen und einer Flachdecke mit Kehlung und Stuckbegleitung. Fenster und Eingangsportal sind spitzbogig. Im Westen trägt sie einen spitzen, schiefergedeckten Dachreiter. Der einfache zweisäulige Altar stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Das Altarbild (Ernstberger 1881) zeigt den Apostel Jakobus als Pilgerpatron mit Muschel und Pilgerstab vor einer Ruinen- und Häuserkulisse. Bei der Innenrenovierung 1996 wurde festgestellt, dass dieses Altarbild einfach auf die Rückseite eines älteren, barocken Bildes gemalt wurde, das den hl. Leonhard zeigt, wie er die Gefangenen befreit. Die Bildrückseite kann man bewundern, wenn man sich hinter den Altar begibt. Auf dem kleinen Tabernakel steht eine Madonna mit Kind im Strahlenkranz in Rokokoform. Sie wurde von F. Meindl aus Pfreimd 1850 ursprünglich für den Tabernakel der Johannisbergkirche geschaffen. Links und rechts des Altars hängen zwei auf Holz gemalte Bilder, die im klassizistischen Stil (um 1800) Herz-Jesu und Herz-Mariä darstellen. Sie wurden im Pfarrstadel entdeckt und restauriert.
An der linken Langhauswand hängt ein ebenfalls auf Holz gemaltes, barockes Allerseelenbild, das auf dem Dachboden der Pfarrkirche gefunden wurde. Fast über das gesamte Bild erstreckt sich die Gestalt des Gekreuzigten. Links schwebt eine Frauengestalt mit dem Kelch in der einen Hand, mit dem sie das Blut Christi auffängt, und mit einem Rosenkranz der anderen Hand. Sie soll wohl die Kirche symbolisieren und aufzeigen, wie den Verstorbenen geholfen werden kann: durch Feier der hl. Messe (Kelch) und durch s Gebet (Rosenkranz). Gegenüber hängt barockes Maria-Hilf-Bild, eine Kopie des bekannten Lukas-Cranach-Bildes. Beginn des 20. Jahrhunderts stand es auf dem Laurentiusaltar der Pfarrkirche St. Martin in Wutschdorf. Die Empore im Westen weist eine Brüstung unverputztem Naturholz auf, gefüllt mit einfacher, einfarbiger Ornamentik.
Vor der Jakobikirche steht ein großes Kreuz zwischen zwei Bäumen. Hier wird am Sonntag der Jakobikirchweih das Festamt im Freien (bei schönem Wetter) gefeiert, ebenso am Patroziniumstag selbst. Die Häuser rings um das Gotteshaus führen im Volksmund den Namen "Kobl".
Weblinks
Commons: St. Jakob (Freudenberg) – Sammlung von Bildern