Johann Dietrich Meyer

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Johann Dietrich Meyer (* 30. Oktober 1796 in Hannoversch Münden; † ) war einer der vier Gründer der alten Steingutfabrik in Hirschau.

Leben

Johann Dietrich Meyer wurde am 30. Oktober 1796 in Hannoversch Münden geboren. Seine Eltern waren der Steuereinnehmer Johann Georg Meyer und dessen Frau Anna Magdalena, geb. Stoll.[1]

Am 25. März 1815 verließ er Hannoversch Münden „um in verschieden großen Fabriken Deutschlands für sein Fach volle technische Ausbildung zu erlangen, wodurch er den Zweck auch in dem Grade erreicht habe, dass ihm als tüchtiger Werkführer nicht nur einige große Fabriken Böhmens, in specie die hiesige ihre Entstehung und Dasein, sondern auch durch ausgezeichnete Produktion ihren Flor, Ruhm und continuierlich ebenso großen wie schnellen Absatz zu verdanken haben“.[2]

Johann Dietrich Meyer heiratete am 29. September 1829 die zweite Tochter Mar. Barbara von Carl Martin Dorfner.[3] Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor.[4]

Nach dem Tod seiner ersten Frau, die im Jahr 1843 mit 31 Jahren an einer Zwillingsgeburt starb, heiratete Meyer in zweiter Ehe Rosalie Reng aus Bayreuth.[4][5]

Steingutfabrik Hirschau

Hauptartikel: Alte Steingutfabrik

Am 18. April 1826 erteilte die Regierung die Konzession zur Steingutfertigung in Hirschau. Am 19. Mai 1826 trat Johann Dietrich Meyer in die Firma ein und trug als erstklassiger Fachmann wohl den entscheidenden Anteil am schnellen Aufschwung des jungen Unternehmens, das unter „Dorfner & Co“ firmierte.[6]

Meyers Stellung in der Steingutfabrik dokumentiert ein Schreiben des Ersten Magistratrats Nißl an das Landgericht Amberg aus dem Jahr 1836:[7]

Die hiesige Steingutfabrik entstand im Jahre 1826. Anlaß hierzu gaben Josef Dietrich Mayer aus Münden im Königreich Hannover und Heinrich Waffler aus Regensburg, vorzüglich Mayer, ohne welchen nichts hätte zustandegebracht werden können, mit welchen dann die Gebrüder Carl Martin und Josef Dorfner in einen Assoziation-Vertrag traten.

Meyer leitete durch seine vieljährige Erfahrung und Kenntnisse, die er sich durch Bereisung fast aller Fabriken in Norddeutschland, Böhmen, Mähren, Schlesien, Bayern als Werkführer sammelte, ja selbst einige große Fabriken in Böhmen angegangen war, den ganzen Bau des Fabrikgebäudes, vorzüglich die Brennöfen unter tätigster Mitwirkung des Fabrikvorstandes Carl Martin und seines Bruders Josef Dorfner, welche beide als unternehmende, vermögliche Männer bekannt, hiezu alle erforderlichen pekuniären Mittel, alle Fuhren mit ihrer zahlreichen Menat sowie alles Bauholz lieferten, da die günstige Lage von Hirschau wegen der Nähe des zu Ehenfeld unerschöpflich reichen und ebenso guten Tonvorrats, woraus die beiden Fabriken zu Bayreuth und Amberg schon früher und bis jetzt kontinuierlich fort zum Betrieb versehen werden, einerseites, dann wegen des in der ganzen Gegend befindlichen nachhaltigen Waldbestandes sowie der zum Betrieb unentbehrlichen feinen und großen Sandmassen andererseits die ersprießlichste Aussicht für die Zukunft gewähren.

Was jedoch diesem kühnen und kostspieligen Unternehmen die Krone aufsetzte, ist das Arcanum (Fabrikationsgeheimnis) der Glasurmischung und die Kunst, dem Fabrikate eine besonders empfehlende Weiße zu geben, die das hiesige Geschirr vor jedem anderen in- und ausländischen Fabrikate auszeichnet und die hiesige Fabrik über jede andere erhebt. Dieses Geheimnis und die Kunst besitzt auch nur Meyer allein, weshalb er die Seele und Schöpfer der Fabrik genannt werden kann.

Einzelnachweise

  1. Alfred Ernstberger: Geschichte des Vaterstammes der Dorfner in Hirschau (Bayer. Ostmark). Michael Laßleben, 1940, S. 105
  2. Klaus Haußmann: Hirschauer Steingut. Die Geschichte der Fabriken und Produkte. Hrsg.: Michael Popp, Popp & Partner, 2011, S. 23
  3. Alfred Ernstberger: Geschichte des Vaterstammes der Dorfner in Hirschau (Bayer. Ostmark). Michael Laßleben, 1940, S. 15
  4. 4,0 4,1 Joseph Weinberger: Die Stadt Hirschau, ihre Bürger und Häuser. Hirschau 1993, S. 535
  5. Alfred Ernstberger: Geschichte des Vaterstammes der Dorfner in Hirschau (Bayer. Ostmark). Michael Laßleben, 1940, S. 113
  6. Steingut „Alte Mälzerei“ Hirschau, abgerufen am 14. November 2024
  7. Weiße Erde. Entwicklung des Kaolinbergbaus in der Region Hirschau/Schnaittenbach. Hirschau Mai 2001, S. 7


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